| A6 So wie dies bereits an anderer Stelle zur Ausführung gelangte, hatte ein Italiener namens Antoine Priore um 1960 herum ein elektrisches Gerät entwickelt, mit welchem man u.a. auch Krebs heilen konnte. Innerhalb der Zeitperiode von 1964 bis 1978 führte dies zu insgesamt zwölf Berichten an die Französische Akademie der Wissenschaften, welche in den Comptes Rendus publiziert wurden. Diese Entwicklung wurde von der französischen Presse mitverfolgt. In diesem Zusammenhang können u.a. zwei Artikel in "Science et Vie" (Mai 1965 und April 1971), ein Artikel in "Le Monde" (9.-10. Mai 1971), ein Artikel in "Le Figaro" (6. Mai 1971), ein Artikel in "L'Express" (17. Mai 1971), ein Artikel in "Le Jornal du Dimanche" (15. April 1971), ein Artikel in "Echo de la Mode" (12. März 1965) sowie zwei Artikel im "Sud-Ouest-Dimanche" (27. Januar und Mai 1980) genannt werden. Entsprechend dem Buch von Jean-Michel Graille "Dossier Priore" erschien im englischen Sprachraum ferner ein sehr detaillierter Artikel von Lord Zuckerman und zwar in der Wochenendausgabe der "Sunday Times" vom 7. Januar 1973. Und was tat sich bei uns im deutschsprachigen Raum? So wie der Autor feststellen mußte - die gesamte deutschsprachige Presse hat diesen durchaus erwähnenswerten Vorgang überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. An mangelnden Französischkenntnissen unserer deutschen Journalisten kann es wohl kaum gelegen haben. Ist dies also am Ende eine Art von geistiger Bevormundung gegenüber den deutschen Bürgern? Oder dürfen wir Deutsche so etwas ganz einfach nicht wissen? Um diesem Übelstand abzuhelfen soll in dem folgenden den interessierten Lesern eine deutschsprachige Übersetzung dieses durchaus lesenswerten Artikels aus der "Sunday Times" vom 7. Januar 1973 geliefert werden. |
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Das große Rätsel
der magnetischen Bordeaux-Maschine Die französische Wissenschaftswelt ist über den Wert einer ungewöhnlichen Maschine stark geteilter Meinung, welche in Bordeaux von einem 60jährigen Ingenieur namens Antoine Priore gebaut wurde. Mit Hilfe von elektromagnetischer Strahlungkann man anscheinend bei Ratten das Wachstum von Krebsgewebe verhindern, während bei Mäusen die Schlafkrankheit geheilt wird. Herr Priore hat bisher das Geheimnis seiner Maschine nicht preisgegeben. Solly Zuckerman verfolgte die Geschichte, welche in Frankreich als die "Affäre Priore" bezeichnet wird. |
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| Wenn man gebeten wird, eine möglichst kurze Beschreibung von der Art und Weise zu machen, wie wissenschaftlicher Fortschritt funktionieren sollte, dann müßte ganz zu Anfang die Aussage erfolgen, daß Wissenschaft sich mit der Wahrheit befasse, die mit überprüfbaren Fakten übereinstimmt. Man würde dann hinzufügen müssen, daß dies jene Art von Wahrheit wäre, welche in Verbindung mit Hypothesen verallgemeinert werden könne, und daß dieselbe solange gültig sei, bis die bisherige Wahrheit durch neue Fakten oder bessere Hypothesen sich als ungültig erweist. Wenn dies dann allerdings eintrete, dann müßten die bisher gültigen Hypothesen aufgegeben werden, um Platz für andere zu schaffen, welche bessere Erklärungen ergäben. Mittlerweile ist es jedoch allgemein bekannt, daß in unserer realen Welt die Dinge nicht immer auf diese Weise zum Ablaufen gelangen. Die meisten Wissenschaftler sind sich nämlich der Tatsache bewußt, daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß eine neue Tatsache, welche eine akzeptierte Hypothese zerstört, willkommen geheißen wird, und daß eine neue Erklärung, die im wissenschaftlichen Sinne wahr ist, eine unmittelbare Akzeptanz erfährt. Das Neue stellt nämlich fast unvermeidbar den Feind des Alten dar. Mein Lieblingsbeispiel dieses sehr einfachen Sachverhalts stammt von Wiliam Harvey, einem der größten Wissenschaftler, den dieses Land bzw. selbst die Welt hervorgebracht hat. Als derselbe nämlich im Jahre 1616 erstmals aufzeigen konnte, wie das Blut im menschlichen Körper zirkuliert, mußte er feststellen, daß diese seine Entdekung als eine Straftat angesehen wurde, weil sie von den Konzepten und Meinungen aller Anatomen abwich. Er schrieb damals: "Ich zittere vor lauter Furcht, daß ich die ganze Menschheit zu meinem Feinde habe, denn so stark ist der Wunsch und die Gewohnheit im Hinblick auf die ausgesäte Lehre, welche von altersher bereits tiefe Wurzeln gefaßt hat, daß davon alle Menschen erfaßt werden." Eine außergewöhnliche Illustration bezüglich der Geburt neuer wissenschaftlicher Fakten bzw. Ideen erschüttert derzeit einen Teilbereich der französischen Wissenschaft. Die Geschichte ist faszinierend. Obwohl ich persönlich einige der beteiligten Persönlichkeiten seit langem kenne, so wurden mir die näheren Umstände erst seit kurzer Zeit bekannt. Es handelt sich dabei um eine äußerst wichtige Angelegenheit. Es betrifft den Umstand, daß gepulste elektromagnetische Strahlung innerhalb eines magnetischen Feldes die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Körpers gegenüber dem Vorhandensein und der Ausbreitung bestimmter pathologischer Zustände möglicherweise beeinflussen kann. Entsprechend dem Namen der Hauptperson nennt die französische Presse diese Kontroverse "Die Affäre Priore". Es ist dies eine Affäre, welche einen wesentlichen Teil der Professorenschaft der Universität von Bordeaux umfaßt. Beteiligt ist ferner Professor Courrier in seiner Eigenschaft als Dauersekretär der französischen Akademie der Wissenschaften, was eine Position darstellt, die mehr oder weniger dem Präsidenten unserer Royal Society entspricht, von welcher Professor Courrier ebenfalls ein Mitglied ist. Andere einflußreiche Mitglieder des französischen wissenschaftlichen Establishment dagegen sind feindlich eingestellt. Ein Großteil der französischen Wissenschaftler nimmt wahrscheinlich eine eher neutrale Position ein, steht allerdings vor einem Rätsel. Antoine Priore ist ein 60jähriger Italiener, welcher nach der Flucht vor den Deutschen im Jahre 1943 seinen Weg nach Bordeaux fand, wo er aufgrund seiner Verbindungen mit der Resistance der Dordogne weiterhin einen Dorn im deutschen Fleische bildete. Bordeaux wurde in der Folge seine neue Heimat. Er hat die Ausbildung eines elektrischen Ingenieurs und Radarspezialisten der italienischen Marine, jedoch besitzt er - abgesehen von einigen Diplomen - keine besonderen akademischen Qualifikationen. |
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Seine Karriere als Wissenschaftler fing mit dem Gedanken an, daß es möglich sein müßte, elektromagnetische Strahlung in einem elektromagnetischen Feld zur Konservierung von Obst und Gemüse zu verwenden. Zu diesem Zweck baute er eine sehr komplizierte und ungewöhnliche Maschine unter Einsatz von Materialien, welche er sich in amerikanischen Surplusläden beschaffte. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß seine Ideen fundiert waren, dauerte es nicht lange, bevor er ebenfalls andere Personen davon überzeugen konnte. Es waren dies vor allem seine alten Freunde aus der Widerstandsbewegung und eine Anzahl von praktizierenden Ärzten aus der Umgebung. Von Anfang an zeigte Herr Priore eine äußerste Hingabe zu seiner Maschine, wobei er bereit war, für die Weiterentwicklung derselben jedes Opfer zu bringen und jede äußere Hilfe anzunehmen. Als ich ihn kürzlich persönlich kennenlernen durfte, stellte ich fest, daß seine Persönlichkeit genau dem entsprach, so wie sie mir bereits zuvor beschrieben worden war. Es war sehr leicht einzusehen, wie sein ruhiger Überzeugungssinn und sein schweigsames Selbstbewußtsein seine nichtwissenschaftlichen Freunde inspirieren konnte. Er hatte ferner einen besonderen Verbündeten in der Form von Dr. Berlureau, dem Chefveterenär der Stadt Bordeaux. Im Jahre 1960 war es durch ihn, daß Professor Biraben und Herr Delmon von der Medizinischen Fakultät der Universität Bordeaux an Priore die Bitte herantrugen, ob sie nicht den Einfluß der Strahlungen seines Gerätes auf die Entwicklung von Krebsgewebe bei Ratten überprüfen dürften. Im Jahre 1966 veröffentlichten diese beiden Forscher dann in einer sehr bekannten medizinischen Zeitschrift einen Artikel, in welchem sie den Stillstand von Krebswachstum beschrieben. Innerhalb der lokalen medizinischen Kreise wurden diese Resultate jedoch kaum zur Kenntnis genommen. Während dieser Zeitperiode wurden jedoch auch noch andere Experimente durchgeführt. Im Jahre 1964 präsentierte Professor Courrier, welcher neben seiner Position an der französischen Akademie der Wissenschaften zusätzlich noch einer der respektiertesten Biologen in Frankreich ist, einen Bericht an die Akademie. Derselbe stammte von einer Forschergruppe, welche aus den Professoren Rivière und Guerin des Krebsforschungsinstituts in Villejuif in der Nähe von Pairs, dem Herrn Priore selbst sowie zwei weiteren Wissenschaftlern aus Bordeaux bestand. Die Aufmerksamkeit von Professor Rivière auf das Werk von Herrn Priore wurde dabei durch Professor Guerin ausgelöst. Letzterer war der erste, der in der offiziellen Zeitschrift der französischen Akademie der Wissenschaften einen Artikel über dieses Thema veröffentlicht hatte. In dem Bericht von Prof. Courrier wurde einleitend zum Ausdruck gebracht, daß die verschiedendsten Strahlungen und Chemikalien im Hinblick auf ihre krebshemmenden Eigenschaften überprüft worden seien. Das Gerät von Herrn Priore schaffe nunmehr die Möglichkeit, um festzustellen, ob bei einer Beaufschlagung mit elektromagnetischen Wellen diesbezüglich eine Hoffnung bestehe. Der betreffende Artikel beschreibt zwar nicht das Gerät selbst, führt aber aus, daß das Gerät elektromagnetische Schwingungen im niedrigen bis hohen Frequenzbereich erzeuge, wobei der hohe Frequenzbereich bis in den Röntgen- bzw. Gammastrahlenbereich hineinreiche. Das niederfrequente Magnetfeld betrage hingegen maximal 620 Gauss. Die betreffende Untersuchung wurde mit Ratten durchgeführt, welche einem bekannten Inzuchtstamm angehörten. Darüberhinaus wurde eine bekannte Gewebekultur von Krebszellen verwendet, von welcher anhand früherer Experimente bereits bekannt war, daß sie bei einer durchgeführten Transplantation innerhalb eines Zeitraumes von 3-5 Wochen zum Tode des jeweiligen Tieres führt. Bei dem nunmehr durchgeführten Experiment wurden die Ratten in zwei Gruppen von jeweils 12 geteilt, wobei jedes Tier unterhalb seiner Rückenhaut ein Transplantat des Krebsgewebes erhielt. 24 in identischer Weise infizierte Ratten dienten ferner als Vergleichstiere. Letztere starben nach der vorgenommenen Transplantation innerhalb eines Zeitraumes von 22-30 Tagen. Bei den mit dem Gerät bestrahlten Tieren wurden die Transplantate hingegen entweder vollkommen resorbiert, oder - falls die Bestrahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeleitet wurde - ergab sich eine Regression des Krebsgewebes bis zu einer vollkommenen Ausheilung. Dabei konnten weder nachteilige Nebeneffekte noch ein späteres Neuauftreten der Krebstumore beobachtet werden. Auch diese sehr bemerkenswerten Beobachtungen lösten keine Sensation aus. Die Mitarbeiter von Krebsforschungsinstituten sind nämlich an derartige Erfolgsmeldungen gewohnt, welche sich am Ende immer wieder als falsch herausgestellt hatten. Zwei Monate später präsentierte Prof. Courrier einen zweiten Artikel derselben Forschergruppe. In diesem Fall wurden die Experimente mit Transplantaten eines anderen und äußerst bösartigen Krebsgewebes durchgeführt, welches die Bezeichnung "Leukemia" trägt. Dabei ist es bekannt, daß derartige Transplantante bei unbehandelten Tieren in der Regel innerhalb von nur zwei Wochen zum Tode führen. Auch hier bewirkte die Bestrahlung mit dem Gerät eine vollkommene Blockierung des Wachstums dieses Krebstransplantats oder führte - falls der Krebs sich bereits vor der Behandlung entwickeln konnte - bei entsprechend starker Bestrahlung zu einer vollkommenen Tumorregression. Auch in diesem Fall löste dieser Bericht keine Reaktion der Wissenschaftler aus. In dem folgenden Monat präsentierte Professor Courrier einen dritten Artikel, in welchem dieselbe Forschergruppe die Wirkung der Priore-Bestrahlung diesmal nicht bei Ratten, sondern bei Mäusen beschrieb, bei denen ein Krebsgewebe implantiert worden war. Hier in diesem Fall starben alle Vergleichstiere zwischen dem 15. und dem 18. Tag nach der Transplantation. Wenn jedoch eine Strahlungsbehandlung vor dem 10. Tage eingeleitet und die Dauer der Bestrahlung ausreichend lange gewählt war, wurde dadurch das Krebswachstum gestoppt bzw. der Krebs zum Verschwinden gebracht, so daß die derart behandelten Mäuse überlebten. Dieses Mal brach das Schweigen. Nachdem Professor Courrier seinen Bericht präsentiert hatte, fügte er noch ein paar eigene Bemerkungen hinzu. Er sagte, daß diese Resultate derart außergewöhnlich seien, daß es durchaus zu erwarten sei, daß denselben mit Skeptizismus begegnet werde. Aus diesem Grund hatte er dem Wunsch von Prof. Rivière des Krebsforschungsinstituts zugestimmt, daß letzterer eigene Kontrollmessungen durchführen dürfe. Zu diesem Zweck habe Rivière Madame Cologne, eine seiner Forschungsassistentinnen, mit 18 Ratten von Paris nach Bordeaux gesandt, wobei alle diese Ratten zuvor eine Transplantation mit einem bösartigen Krebsgewebe erhalten hatten. Zehn dieser Ratten dienten dabei als Vergleichstiere, während die verbleibenden acht Ratten der Strahlung des Priore-Geräts ausgesetzt wurden. Die Tiere wurden dabei allein von der Pariser Assistentin gehandhabt. Auch hier waren die Resultate dieselben: Alle unbehandelten Ratten starben innerhalb von 15 Tagen nach der Transplantation. Die vier Ratten, welche täglich jeweils nur eine Stunde bestrahlt wurden, starben ebenfalls. Die vier Ratten jedoch, welche täglich zwei Stunden lang bestrahlt worden waren, überlebten alle und befinden sich bei gutem Gesundheitszustand in dem Laboratorium von Prof. Rievière in Paris. Professor Courrier führte in der Folge aus, daß er hoffe, daß Herr Priore seine Zustimmung geben werde, daß kompetente Physiker seine Maschine untersuchen können, weil die Wissenschaft kein Vertrauen gegenüber einem Gerät besitze, welches von einem Rätsel umgeben werde. Nachdem Prof. Courrier sich wieder gesetzt hatte, stand Prof. Lacassage, einer der respektiertesten Strahlungsbiologen Frankreichs auf, um seinen vollkommenen Unglauben darzulegen. Er bestand darauf, daß der abgedruckte Bericht dieser Sitzung eine Note von Bedauern enthalten solle, daß die von den Untersuchungen gemachten Schlußfolgerungen voreilig gezogen worden seien. Er führte in diesem Zusammenhang aus, daß die gemachten Untersuchungen sich allein auf eine Resorption von transplantierten Krebsgeweben beziehen und nicht auf eine Heilung von spontan auftretendem Krebs. Derartige Behauptungen würden auf das allgemeine Publikum einen ungünstigen Einfluß ausüben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sich die beiden Kontrahenten Courrier und Lacassage bei ihrer Konfrontation gefühlt haben müssen. Ich kenne beide aus den frühen 30er Jahren. Die wissenschaftliche Autorität von Lacassage ist dabei gleich der von Courrier und er besitzt lebenslange Erfahrungen anhand von Arbeiten innerhalb des Radiuminstituts von Paris. Unabhängig von seinen Warnungen konnte er jedoch auch keine rationale Erklärung für die Resultate angeben, von welchen Professor Courrier berichtet hatte, selbst wenn dieselben sich nur auf Transplantate beziehen, die sich im allgemeinen als tödlich erweisen. Mittlerweile ist Prof. Lacassage als 80jähriger verstorben, nachdem er selbst von einem tödlichen Krebsleiden befallen worden war. Es darf nicht überraschen, daß von diesem Zeitpunkt an die "Affäre" sich noch weiter aufheizte. Herr Priore wurde von der Presse verfolgt. Mit einigen Schwierigkeiten konnte er jedoch Gelder auftreiben, um auf diese Weise ein noch leistungsfähigeres Gerät zu bauen. Weitere Experimente mit diesem Gerät, welche von den beiden Forschern des Krebsforschungsinstituts in Villejuif durchgeführt wurden, bestätigten nicht nur die früheren Schlußfolgerungen, sondern legten darüber hinaus auch noch nahe, daß die überlebenden Tiere eine gewisse Immunität gegenüber dem jeweiligen Typus von Krebszellen entwickeln. Diese Immunität konnte dabei ebenfalls auf andere Ratten übertragen werden, welche in der Folge mit denselben Krebszellen infiziert wurden. Da bezüglich des Wirkungsmechanismus weiterhin Zweifel bestehen, hat Herr Priore zwei Physikern aus Paris die Erlaubnis erteilt, daß sie die elektromagnetischen Felder seines Gerätes ausmessen dürfen. Als Prof. Courrier seine krebsinfizierten Tiere von Paris nach Bordeaux sandte, wurden sie im Laboratorium von Prof. R. Pautrizel gehalten. Von dort aus wurden sie täglich von der Assistentin Prof. Courriers bis zu dem kleinen Haus transportiert, welches ein paar Kilometer außerhalb von Bordeaux liegt und welches von Herrn Priore in sein Laboratorium umgewandelt worden war. Prof. Pautrizel ist dabei der Leiter der Abteilung für Immunulogie und Parasitologie der Universität von Bordeaux. Auch er ist eine international angesehene Autorität auf seinem Gebiet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich an dieser Affäre nicht aktiv beteiligt. Von da an konnte er sich jedoch auch nicht mehr zurückhalten. Er war nämlich der Überzeugung, daß die elektromagnetische Strahlung des Priore-Geräts keinen unmittelbaren Einfluß auf die Krebszellen selbst hat - was ein für ihn fremdes Forschungsgebiet darstellt -, sondern daß diese Strahlung im Grunde nur das Immunsystem des Körpers stärkt. Er beschloß daraufhin diese Hypothese zu überprüfen, indem er Mäuse nicht mit Krebszellen, sondern mit einem mikroskopischen Blutparasiten, nämlich dem "Trypanosom" infiziert, was der Auslöser für die Schlafkrankheit ist. Die Wirkung einer Injektion von derartigen Parasiten bei nichtbehandelten Tieren ist dabei sehr wohl bekannt. Im Gegensatz zu Experimenten mit Krebszellen, welche schwieriger zu beobachten sind, besteht in diesem Fall die Möglichkeit, daß der Verlauf der Krankheit sehr genau zu verfolgen ist, indem täglich Blutproben genommen werden, um festzutellen, ob die Trypanosom-Konzentration im Körper zu- oder abnimmt. |
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| Bei einer ersten Serie von Experimenten waren alle Vergleichstiere, welche einen starken Anstieg der Trypanosomen im Blut zeigten, innerhalb von fünf Tagen nach der künstlich erzeugten Infektion gestorben. Wenn aber die Tiere eine Stunde nach der Infektion täglich über die folgenden zehn oder fünfzehn Tage hinweg der Strahlung des Priore-Geräts ausgesetzt wurden, dann überlebten von insgesamt 46 Tieren 38 Tiere, wobei bei letzteren ein vollkommenes Verschwinden der Trypanosomen im Blut zu beobachten war. Darüber hinaus entwikelten die überlebenden Tiere eine Immunität gegenüber weiteren Infektionen derselben Art. Wenn hingegen die Bestrahlung nur über fünf Tage hinweg vorgenommen wurde, starben die Tiere in der Regel ein paar Tage nach der Unterbrechung der Behandlung an ihrer parasitären Infektion. Wenn schließlich die Tiere bereits einige Tage vor ihrer künstlichen Infektion einer Bestrahlung ausgesetzt worden waren, dann ergab sich der Eindruck, als ob sie auch in diesem Fall eine Immunität gegenüber der Krankheit entwickelt hätten. Diese Experimente wurden mit 63 Mäusen und 58 Ratten unter Einsatz eines neuen, leistungsstärkeren Priore-Geräts wiederholt, welches ein niederfrequentes Magnetfeld von maximal 1240 Gauss erzeugen konnte. Dabei wurden 26 infizierte Mäuse und 24 infizierte Ratten als Vergleichstiere eingesetzt. Dieselben starben alle innerhalb von fünf Tagen. Alle bestrahlten Tiere überlebten hingegen und entwickelten eine Immunität gegenüber dieser Krankheit. Weitere Experimente wurden schließlich mit Hasen durchgeführt, welche im Gegensatz zu den Ratten und Mäusen ein chronisches Leiden entwickeln, falls sie mit Trypanosomen infiziert werden. An diesem chronischen Leiden sterben dieselben in der Regel innerhalb von einigen Wochen. Die Resultate waren auch in diesem Fall positiv. Da die äußeren Symptome einer Trypanosomiaseerkrankung bei Hasen meistens gut ausgeprägt sind, waren diese Resultate sogar noch auffälliger. Bei weiteren Untersuchungen haben Prof. Pautrizel und seine Kollegen die Rolle der Milz bei der Entstehung einer Immunität untersucht, wobei gleichzeitig die Intensität der vorgenommenen Bestrahlung variiert wurde. Bei einer weiteren Studie, welche in Zusammenarbeit mit Prof. Gaston Mayer, einem international bekannten Forscher auf dem Gebiet der Reproduktionsphysiologie, durchgeführt wurde, konnte festgestellt werden, daß die Hoden von Hasen bei einer chronischen Trypanosominfektion eine ernsthafte Degeneration erleiden, wodurch die Spermaerzeugung zum Stillstand kommt. Dabei zeigte es sich jedoch, daß jene Hasen, welche einer Bestrahlung ausgesetzt wurden, wieder gesund wurden und in der Folge auch erneut Sperma produzierten. Der Bericht über diese Experimente wurde erst kürzlich veröffentlicht. In einer weiteren Veröffentlichung wird schließlich davon berichtet, daß die Strahlung des Priore-Gerätes bei Hasen, welche über längere Zeitperioden hinweg mit einer stark cholesterinhaltigen Kost gefüttert wurden, eine Degeneration der Arterien verhindert. Da Herr Priore bisher das Geheimnis seiner Maschine noch nicht preisgegeben hat, darf die allgemeine Stimmung eines Nichtglaubens gegenüber diesen außerordentlichen Beobachtungen möglicherweise nicht so ganz überraschen. Trotzdem - die biologischen Fakten, insbesondere jene, welche mit den Trypanosom-Experimenten zusammenhängen, sind ganz eindeutig vorhanden. Diese Experimente wurden dabei mit hunderten von Tieren durchgeführt, während an den bisher publizierten Studien etwa 20 verschiedene Forscher aktiv teilnahmen. Es ist somit absolut undenkbar, daß eine derartig hohe Anzahl von diversen Forschern im Rahmen einer über zehn Jahre sich erstreckenden Verschwörung getäuscht werden konnten. Persönlich konnte ich leider keine Tiere untersuchen, welche dem Magnetring des Priore-Gerätes zuvor ausgesetzt worden waren. Ich hatte allerdings die Möglichkeit, einige der mikroskopischen Schnitte von trypanosominfizierten Tiere überprüfen zu dürfen, welche im Anschluß an eine Genesung der Hoden entstanden. Dabei kann ich nur bestätigen, daß diese Mikroskopschnitte genau das zeigten, was in den Veröffentlichungen beschrieben worden war. Jene Experimente, bei welchen täglich eine Zählung der vorhandenen Tryponasomen im Blute erfolgte, hätten im übrigen niemals in einer Art und Weise durchgeführt werden können, daß Prof. Pautrizel zu der Annahme gelangt wäre, daß es sich um andere Tiere handeln könne als jene, welche in der Tat dem Priore-Gerät ausgesetzt wurden. Die einzelnen Tieren waren darüber hinaus auch noch in einer Art und Weise individuell gekennzeichnet, so wie dies in allen Laboratorien der Welt usus ist. Darüberhinaus waren die Mitarbeiter der Universität von Bordeaux alles andere als naiv. Bereits von Anfang an waren sie sich bewußt, daß gewisse Mitglieder des wissenschaftlichen Establishments einen Trick oder Schwindel vermuten würden, sobald sie mit den Resultaten des Priore-Geräts konfrontiert werden. Sie gelangten demzufolge zu der Auffassung, daß eine allgemeine Akzeptanz ihrer Resultate nur dann zu erzielen ist, wenn sie Maßnahmen ergreifen würden, welche bei weitem jene übertreffen, die bei experimentellen Arbeiten gewöhnlich ergriffen werden. So bringt ein Artikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift, welcher eine normale experimentelle Arbeit in einem bestimmten Bereich der Biologie beschreibt, im allgemeinen zum Ausdruck, daß der betreffende Autor bzw. die betreffenden Autoren dies oder das mit einer entsprechenden Anzahl von Tieren durchgeführt haben, in welchem Zusammenhang gewisse Sicherheitsauflagen erfüllt werden. In dem Artikel wird dann ferner ausgesagt, was für Resultate dabei erzielt wurden. Anhand derselben werden schließlich gewisse Schlußfolgerungen gezogen. Andere Wissenschaftler aus demselben Wissenschaftsbereich lesen dann diesen Artikel, worauf sie denselben in ihrer nächsten Arbeit zitieren können, falls sie in demselben Bereich etwas zu veröffentlichen suchen. Sie mögen dabei die gemachten Schlußfolgerungen unkritisch akzeptieren oder sie können auch auf bestimmte Fehler der getroffenen Sicherheitsmaßnahmen oder bei der Analyse der Resultate hinweisen. Dabei würde jedoch fast niemals der Gedanke aufkommen, daß das, was in dem älteren Artikel als durchgeführt oder beschrieben wurde, nicht tatsächlich durchgeführt oder beobachtet worden war. Bereits sehr frühzeitig war der Bürgermeister von Bordeaux, Herr Chaban-Delmas, persönlich an der genannten "Affäre" interessiert. Er ist nämlich ein sehr einflußreicher Befürworter von Herrn Priore und er war es selbst, welcher mehrere Ausschüsse formierte, um die bisherigen Resultate zu beurteilen. Aufgrund günstiger Berichte, welche von derartigen Ausschußsitzungen ausgingen, wurde in der Folge beschlossen, daß eine noch größere Gruppierung von Wissenschaftlern zusammengebracht werden solle, um die vorgenommenen Experimente wiederholen zu können. Dieser größeren Gruppierung sollte dabei u.a. Prof. Lwoff angehören, welcher Nobelpreisträger und gleichzeitig Direktor des Krebsforschungsinstituts in Villejuif ist. Wegen der mangelnden Glaubwürdigkeit, welche in manchen Kreisen den bishrigen Resultaten entgegengebracht wurde, hatte Prof. Courrier bereits zuvor im Jahre 1969 vorgeschlagen, daß Prof. Pautrizel und seine Kollegen sich darüber Gedanken machen sollten, wie ein zu formierender Kontrollausschuß zusammengesetzt sein sollte. Sie kamen zu der Auffassung, daß ein derartiger Kontrollausschuß zehn Professoren der Wissenschaft und Medizin aus dem Universitätsbereich sowie zehn weitere prominente professionelle Persönlichkeiten umfassen sollte, unter denen sich auch eine in rechtlichen Dingen bewanderte Person befinden solle. Die Aufgabe dieses Kontrollausschusses sollte dabei eine Bestätigung oder eine Ablehnung der derzeit und in der Vergangenheit durchgeführten Experimente sein. Als Folge dieser Entscheidung wurde eine weitere Serie von Experimenten unter den striktesten Versuchsbedingungen geplant. Während der ganzen Zeitperiode sollte das juristische Mitglied des Kontrollausschusses dafür verantwortlich sein, daß die Türe des Raumes, in welchem sich das Priore-Gerät mit den trypanosominfizierten Tieren des Prof. Pautrizel befindet, versiegelt werde, um auf diese Weise zu gewährleisten, daß während der Durchführung der Experimente kein Unbefugter diesen Raum betreten kann. Zweimal täglich sollte dieses juristische Mitglied das vorhandene Siegel brechen, damit Prof. Pautrizel und seine Kollegen die verschiedenen Tiere füttern und gleichzeitig Blutproben entnehmen können, wobei der gesamte Vorgang zusätzlich noch von anderen Mitgliedern des Ausschusses überwacht wird. In der Folge sollte das Siegel an der Türe erneut angebracht werden. Unter derartigen Bedingungen mußte selbst der skeptischste Kritiker zugeben, daß jede Möglichkeit eines Austauches der Versuchstiere mit identisch markierten, nichtinfizierten Tieren ausgeschlossen war. Selbst unter diesen aller striktesten Versuchsbedingungen ergaben sich dieselben Resultate: Die bestrahlten Tiere genasen, während die nichtbestrahlten Vergleichstiere verstarben. In der Folge wurden die Forscher aus Bordeaux von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit gewissen Geldmitteln ausgestattet, welche Prof. Pautrizel für seine weiteren Experimente verwenden sollte. Unter Einsatz weiterer Geldmittel wurde ferner der genannte Kontrollausschuß in eine permanente Organisation umgewandelt, welche die Bezeichnung "Nationaler Verband für Bio-Elektromagnetismus" erhielt. Darin war Prof. Pautrizel der Vorsitzende, während die Rektoren der beiden Universitäten von Bordeaux, Prof. Courrier von der französischen Akademie der Wissenschaften sowie eine Anzahl von weiteren Persönlichkeiten von hohem Rang ihre Mitglieder bildeten. Aufgrund dieser Maßnahmen steht nunmehr zu hoffen, daß in dieser Angelegenheit ein rascher Fortschritt stattfindet, um eine detaillierte Untersuchung aller physikalischen Parameter des Priore-Geräts durchführen zu können. Derzeit können jedoch allenfalls die Überbleibsel des zweiten Geräts mit seiner von Herrn Priore selbst gewickelten Magnetwicklung, seiner großen Plasmaröhre, den Kühlgerätschaften sowie den Schaltern und Einstellknöpfen betrachtet werden. Alles, was bezüglich der Art der eingesetzten Bestrahlung bekannt ist, stammt hingegen von den Untersuchungen zweier Physiker, welche vom zentralen Forschungsrat in Paris nach Bordeaux gesandt wurden und welchen Herr Priore erlaubt hatte, daß sie an seinem Gerät gewisse Messungen durchführen dürfen. Die dabei gemachten Beobachtungen waren jedoch so wenig detailliert, daß weder diese Herren selbst noch irgendjemand anderer ein ähnliches Gerät hätte bauen können. Darüberhinaus erscheint es sehr bedauerlich, daß Herr Priore bereits von Anfang an den Ruf eines "Wunderheilers" erhalten hatte, weil auf diese Weise noch weniger zu erwarten war, daß dieser Umstand innerhalb der Wissenschaftskreise Vertrauen erwecken würde. In diesem Zusammenhang sagt Prof. Courrier möglicherweise zu Recht: "Wissenschaft liebt keine schwarzen Kästen!" So überzeugend auch die Beobachtungen von Prof. Pautrizel und seiner Kollegen sein mögen und so respekteinflößend der aus 20 Personen zusammengesetzte Kontrollausschuß für die Wahrheitsfindung auch ist, die erwähnte "Affäre" wird wohl erst dann eliminiert sein, wenn Herr Priore seine technischen Daten preisgibt. Sein Mark II-Gerät wird derzeit durch ein leistungsstärkeres Gerät ersetzt. Dasselbe wird mit Geldmitteln gebaut, welche von der französischen Regierung über die Generaldelegation für wissenschaftliche Forschung bereitgestellt werden. Dieses neue Gerät wird dabei in einem Anbau des kleinen, alten Hauses untergebracht, welches Herr Priore in sein Laboratorium umgewandelt hatte. Jeder Kubikmeter dieses alten Laboratoriums war dabei mit Stromleitungen, kleinen Generatoren, Sätzen von Vakuumröhren u. dgl. vollgestopft, von wo aus die Speisung des Magneten und der großen Plasmaröhre erfolgte, die dann wiederum gepulste elektromagnetische Wellen in Richtung eines Bedienungstisches abgaben, auf dem die Versuchstiere positioniert wurden. Der derzeitige Direktor der Generaldelegation ist Prof. Aigrain. Seine Position in Frankreich umfaßt dabei den Verantwortungsbereich aller unserer Forschungsräte, ferner den zivilen Teil unserer Atomenergiebehörde und die gesamte Forschung, welche von allen zivilen Regierungsstellen durchgeführt wird. Prof. Aigrain ist dabei ein hervorragender Physiker. Während er öffentlich die Meinung kundtat, daß er selbst nicht verstehe, wie unter Berücksichtigung der etablierten physikalischen Gesetzmäßigkeiten das Gerät von Priore funktioniere, so ist er auf der anderen Seite bereit zu akzeptieren, daß die Experimente von Prof. Pautrizel erkennen lassen, daß die erzeugte Strahlung auf irgendeine Weise das Immunsystem des Körpers stimuliere. Darüber hinaus dürfte derzeit auch niemand behaupten wollen, daß diese Entwicklung bereits bedeuten würde, daß eine Heilung von Krebs demnächst möglich sei. Das unmittelbare Problem besteht vielmehr darin, daß ganz außer Zweifel die Gültigkeit der durchgeführten Experimente festgestellt wird, wobei darüber hinaus auch gezeigt werden muß, daß diese Resultate die erforderliche Reproduzierbarkeit besitzen. Gerade im Hinblick auf die Trypanosom-Experimente hat die Generaldelegation finanzielle Mittel freigegeben, um ein derzeit im Bau befindliches leistungsfähigeres Gerät fertigzustellen. Es erscheint jedoch wichtig, daß während der kommenden Untersuchungsphase das derzeit vorhandenen Rätsel entschleiert wird. In der Zwischenzeit kann nur gehofft werden, daß das nächste Kapitel dieser Geschichte, welches nach der Fertigstellung des neuen Geräts geschrieben wird, die bisherigen Zweifel der früheren Kapitel eliminieren kann. Dies dürfte sicherlich eine kaum weniger aufregende Aufgabe sein. |
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| Lord Zuckerman und Times Newspaper 1973 Lord Zuckermann ist ehemaliger Wissenschaftsberater der britischen Regierung, Fellow des königlichen Kollegs der Physiker, Mitglied und Ehrenfellow des königlichen Kollegs der Chirurgen sowie der Autor eines kürzlich im Auftrag des Ministerpräsidenten erstellten Gutachtens über die Krebsforschung. |
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| Zu dem Artikel von Lord Zuckerman noch zwei Bemerkungen: | ||||||||||||
| Wenn man Priore den Vorwurf machte, er hätte das Geheimnis seines Gerätes nicht preisgegeben, dann tut man ihm wahrscheinlich ein Unrecht an. Als Felix Hofmann kurz vor der Jahrhundertwende das Antirheumamittel "Aspirin" in Form von Acetylsalicysäure entdeckte, wurde von ihm nämlich auch nicht verlangt, daß er den Funktionsmechanismus seines Mittels im einzelnen angeben kann. Der Umstand, daß dieses "Aspirin" zufriedenstellend wirkte, war dabei voll ausreichend. Dasselbe hätte eigentlich auch für Priore und seine Maschine gelten müssen, von welcher allein bekannt war, daß sie elektromagnetische Strahlung abgibt, welche aus einem sehr breitgefächterten Frequenzmix mit hohem Oberwellenanteil sowie Impulskomponenten mit starker Dämpfung besteht. Welche Signalanteile nun welche Therapiewirkungen bewirken, hätte allenfalls im Rahmen eines riesigen Forschungsprojekts mit tausenden von Experimenten mit Ratten und Mäusen festgelegt werden können? Innerhalb eines Artikels führt Zuckerman an einer bestimmten Stelle aus, daß eine erlangte Immunität gegenüber bestimmten Krebsformen auch auf andere Ratten übertragbar war. Erstaunlicherweise findet sich in den publizierten Artikeln der Comptes Rendus diesbezüglich kein Hinweis. In dem Artikel von Band 262, S.2669-72 vom 20.6.1966 wird allein ausgesagt, daß im Anschluß an eine Tumorregression weitere Transplantate mit denselben Tumorzellen selbst nach zehn Monaten noch abgestoßen wurden, was eine gewisse Immunität gegenüber dem betreffenden Krebszellentypus erkennen läßt. Es fehlt aber die Aussage, daß die auf diese Weise erlangte Immunität sich auch auf andere Tiere übertragen ließ. Da Lord Zuckerman seinen Artikel allem Anschein nach sehr gut recherchiert hatte, kann hier nur die Vermutung geäußert werden, daß der Umstand einer Übertragbarkeit der erzielten Immunität von Tier zu Tier einem mündlich übermittelten Bericht entstammt. Dies würde dann wiederum bedeuten, daß diese Übertragbarkeit der erlangten Immunität zwar experimentell festgestellt worden war, jedoch derart überraschend erschien, daß man sich nicht getraut hatte, dieselbe in einem der Berichte an die Akademie zu erwähnen. Siehe in diesem Zusammenhang auch [A4]. |
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| München, den 15. März 2000 | Zurück zum Anfang | |||||||||||