10. September 1999

Liebe Freunde,

kennt einer von Euch zufällig unseren Bundeskanzler Schröder persönlich, so daß er mir einen Gesprächstermin mit demselben vereinbaren kann?

Folgendes: Meine Homepage im Internet brummt sich so langsam ganz schön nach oben. Im Juli war ich schließlich bei der ziemlich beachtlichen Abrufmenge von 282 Megabyte gelandet, was gegenüber dem Vormonat einen Zuwachs von mehr als 30 % bedeutet. Sehr interessant ist dabei noch der Umstand, daß mittlerweile in etwa ein Drittel meiner Leser aus den USA stammen. Wenn das also so weitergeht, dann knallt es demnächst den Deckel von dem Physikfaß! Dies alles ist wohl nur noch eine Frage der Zeit und der Geduld.

Ganz klar, so eine Sache mit der Physik wird zwangsläufig mit der Zeit auch zu einem Politikum. Wie es der Zufall will, lernte ich kürzlich einen Journalisten namens Hesse kennen, welcher bei mir im Nebenhaus wohnt. Ich wohne hier in der Agnesstraße 16, er in der Agnesstraße 14. Dieser Herr Hesse arbeitete früher für die Süddeutsche Zeitung, hatte dann aber in seiner Freizeit ein Buch über unseren neuen Bundeskanzler Schröder geschrieben. Derselbe muß davon ganz angetan gewesen sein. Jedenfalls heuerte unser Schröder den Autor dieses Buches gleich ganz ab, damit er für ihn in Zukunft alle seine Reden schreibt. Also nur zu Euer Information - falls Ihr unseren Schröder demnächst an der Glotze reden hört, dann ist das nicht das Gedankengut von unserem Herrn Schröder selbst, sondern allenfalls das meines Herrn Hesse aus dem Nebenhaus von der Agnesstraße 14.

Nachdem dieser Sachverhalt soweit geklärt war, sagte ich mir - Klasse, daß dieser Herr Hesse aus dem Nebenhaus unseren Bundeskanzler Schröder kennt, und drückte ihm bei der nächsten Gelegenheit einen ganzen Stapel meiner physikalischen Papiere in die Hand, mit der unterschwelligen Hoffnung, daß die Doris doch schon einmal ihr Spaghettiwasser aufsetzen soll, weil der Bourbaki unbedingt mit dem Schröder reden muß. Seitdem ich dies aber getan hatte - jedesmal wenn mir jetzt der Herr Hesse auf der Straße über den Weg läuft, dann senkt der seinen Kopf, womit er mir zu verstehen gibt, daß ein kleiner nachbarlicher Schwatz auf der Straße nicht oportun erscheint.

Also meine Frage an Euch - wer kennt den Bundeskanzler Schröder so gut, daß er denselben so weit bekommt, daß er seiner Doris sagt, sie solle schon einmal ihr Spaghettiwasser für den Bourbaki anwerfen?

Hier noch eine kleine Mitteilung in diesem Zusammenhang: Mit meinem Wohnungsmitbewohner Thomas hatte ich kürzlich eines dieser Küchengespräche, bei welchem es darum ging, welche Straße in München wohl später nach diesem Bourbaki umbenannt werden wird. Ich optierte für die Sendlinger Straße, weil dort die Süddeutsche Zeitung wohnt, die man mit einer derartigen neuen Anschrift wohl etwas ärgern könnte. Mein Wohnungsmitbewohner Thomas war eher für die Einsteinstraße in Haidhausen. Darauf war ich wiederum nicht besonders scharf, weil mir der Name dieser Straße irgendwie zu vorbelastet erscheint. Wenn man also dieser Straße unbedingt einen neuen Namen geben will, dann sollte man sie doch eher "Einhornstraße" nennen. Dies erscheint dabei auch ganz angebracht, nachdem dem Bourbaki vor vielen Jahren in der Arena von Pamplona ein kleiner Stier mit einem abgebrochenen Horn seinen scharfkantigen Stummel in meine Blinddarmnarbe hineingerammt hatte, was über viele Jahre hinweg, bei plötzlichen Wetterumstürzen zu einem Juckreiz in der Leistengegend geführt hatte.

Worüber ich mich wie blöd aufregen kann ist folgendes: Uns wird immer wieder erzählt, daß wir hier in Deutschland in einer wundervollen Demokratie leben würden. Das ist aber alles Schwachsinn! Letztlich sind wir hier in Deutschland nur eine ganz dämliche Bananenrepublik.

Dies müßte man unbedingt unserem Schröder verklickern mit den Worten: "Du Lieber Schröder, weißt Du denn eigentlich, daß das, über was Du hier regierst, gar keine Demokratie ist sondern nur eine ganz dämliche Bananenrepublik, so wie man sie an allen Ecken und Enden dieser Erde als Dutzendware finden kann?" Wenn dann der Herr Schröder antworten würde, daß ihm dies nicht bekannt sei, dann müßte man wohl antworten: "Lieber Schröder, jetzt weißt Du es eben!" Und deshalb ist es auch so wichtig, daß die Doris schon einmal ihr Spaghettiwasser anwirft.

Bezüglich "Bananenrepublik Deutschland" folgendes: In den physikalischen Blättern vom September 1998, Seite 779, und in der FAZ vom 30. Januar 1999 waren aus der Feder eines Herrn Professors Kleinknecht kürzere Artikel erschienen, in denen die Meinung vertreten wird, daß sich in der Zukunft ein deutlicher Mangel an Physikern abzeichnen werde. Daraufhin erschienen im Dezemberheft der Physikalischen Blätter, Seite 1086, und in der FAZ vom 15. Februar 1999 entsprechende Gegenantworten, in welchen mitgeteilt wird, daß von einem Mangel an Physikabsolventen trotz sinkender Anzahl von Studienabgängern überhaupt nicht die Rede sein kann, weil man diese Physiker mit ihren anscheinend verschrobenen Ansichten in der Industrie gar nicht gebrauchen kann. In dem zuletzt genannten Leserbrief brachte ein Herr Andreas Müller unter anderem auch folgendes zum Ausdruck:

"Wie man auf diversen Absolventenmessen erfahren kann, sind nur die wenigsten Firmen an Naturwissenschaftlern als Naturwissenschaftler interessiert, da die Forschung und Entwicklung in der Industrie in den letzten Jahren entweder deutlich reduziert oder ins Ausland, typischerweise in die Vereinigten Staaten, verlagert wurde."

Aufgrund derartiger Diskussionen fühlt sich der Bourbaki bemüßigt, seinerseits einen auf den 17. Februar 1999 datierten Leserbrief zu verfassen, welcher an die Leserbriefabteilung der Frankfurter Allgemeinen, 60627 Frankfurt, gerichtet war. Derselbe hatte den folgenden Wortlaut:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem Leserbrief von Herrn Andreas Müller "Nach dem Physik-Studium enttäuschte Absolventen" in der FAZ vom 15. Februar 1999 möchte ich noch folgendes hinzufügen:

Der Herr Professor Kleinknecht mag in seinen "Physikalischen Blättern" vom September 1998, S. 779, oder der FAZ vom 30. Januar 1999 jammern und wehklagen wie er will, nichts führt an der Erkenntnis vorbei, daß man derzeit allen jungen Menschen nur den allerdringendsten Rat geben kann, unter gar keinen Umständen ein Physikstudium zu beginnen.

Neben den von Herrn Müller angegebenen Gründen möchte ich darauf hinweisen, daß es in der gesamten Geschichte der Menschheit wohl noch nie ein Wissenschaftsfach gegeben hat, welches sich derart auf dem Holzweg befand, wie die derzeit gelehrte etablierte Physik. (David Hilbert: "Die armen Physiker, für sie ist die Physik viel zu schwer!") Das Dumme an der ganzen Angelegenheit ist dabei nur, daß eben aus diesem Grunde in diesem Wissenschaftsbereich seit fast 100 Jahren gemogelt wird, daß es nur so kracht. Die Studenten müssen dann noch diesen ganzen Mist auswendig lernen, was natürlich eine tolle Lehre darstellt, um mit der Wahrheit umgehen zu lernen. Nicht umsonst gibt es mittlerweile diese Lehrstühle "Didaktik der Physik", welche nur dazu dienen, daß man über auftretende Gewissensbisse leichter hinwegkommt.

Die derzeitige Situation kann dabei in etwa wie folgt umrissen werden:

- Die gesamte Relativität gehört mit Ausnahme von E=mc2 und der Massenzunahme in den Papierkorb.

- Für die Quantenphysik gilt im Grunde das gleiche, weil mit Sicherheit davon auszugehen ist, daß Spektrallinien nicht dadurch entstehen, indem die Spatzen dauernd von einem Telefondraht auf den nächsten hüpfen. (Der tatsächliche Sachverhalt ist sehr viel komplizierter und scheint mit hochfrequenten Kreuzmodulationsvorgängen zu tun zu haben!)

- Die gesamte Kosmologie muß ebenfalls noch einmal vollkommen umgekrempelt werden, weil die meisten Dinge in diesem Bereich einschließlich Urknall ganz offensichtlich nicht stimmen. (13 000 Publikationen, welche über Abweichungen von einer postulierten Hubble-Konstante berichten, müßten dabei eigentlich ausreichend erscheinen!)

Am Gravierendsten erweist sich jedoch der Umstand, daß Isaac Newton in seine Newtonsche Mechanik einige gravierende Fehler hineingebracht hatte, was man ihm möglicherweise noch verzeihen mag. Nicht verzeihbar ist dann allerdings der Umstand, daß die Herren Physiker in den folgenden 300 Jahren nicht in der Lage waren, diese ziemlich offensichtlichen Fehler zu eliminieren. Dies hatte aber dann die recht unangenehme Konsequenz, daß die darauf aufbauende statistische Thermodynamik auf falschen Prämissen aufbaut, so daß nunmehr nicht nur ganze Bereiche der Newtonschen Mechanik, sondern ebenfalls der Thermodynamik neu aufgebaut werden müssen.

Nun, unter derartigen Aspekten kann wohl keinem jungen Menschen der gute Rat gegeben werden, er solle Physik studieren, denn demnächst wird teilweise über das nicht zu reglementierende Internet (siehe beispielsweise http://www.bourbaki.de) ein wahnsinniger Sturm losbrechen, an dessen Ende sich die Herren Physiker auf der sozialen Leiter ganz unten wiederfinden werden. Und dann möchte der Leserbriefschreiber nicht in der unangenehmen Position sich befinden, daß er seinen jungen Freunden sagen muß:" Sorry, hättet Ihr doch lieber etwas anderes studiert!

Georges Bourbaki

München

 

Sie können sich natürlich vorstellen, was geschah. Diese Arschlöcher von FAZ haben meinen Leserbrief nicht zum Abdruck gebracht und das trotz des Umstandes, daß dieser Leserbrief für die Allgemeinheit höchst informativ erscheint, weil hier in äußerst kompakter Weise die folgenden sehr wichtigen Informationen geliefert werden:

1. Die derzeit gelehrte Physik ist falsch.

2. Es werden zusätzlich Angaben gemacht, in welchen konkreten Bereichen die derzeitige Physik fehlerhaft ist.

3. Es wird den jungen Leuten der gute Rat gegeben, daß sie unter gar keinen Umständen Physik studieren sollen, weil dies ein Fach ist, wo derzeit nur gelogen wird, und

4. es wird schließlich noch mitgeteilt, daß bei dem demnächst anstehenden Zusammenbruch der Physik die Herren Physiker sich am unteren Ende der sozialen Leiter wiederfinden werden, was für die Betroffenen durchaus auch von Interesse sein dürfte.

Suma sumarum - alle Mitbürger in Deutschland würden von einer derartigen Information profitieren. Nur unsere Journalisten von der FAZ unterdrücken diese für die Allgemeinheit äußerst wichtige Information. Absolut Scheiße! So etwas funktioniert nur in einer Bananenrepublik so wie Deutschland!

 

Hier noch ein weiterer Fall: Ich hatte da einen ganz besonderen Freund namens Jürgen Ehlers. Der arbeitete ursprünglich am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching. Mit demselben war ich bereits vor einigen Jahren am Telefon ziemlich vehement zusammengerumpst, was in dem Buch "DIE HINKRIEGER" in Kapitel 34 "Die Physikmafia" seinen literarischen Niederschlag gefunden hatte.

Nach der Wende von 1990 war dieser Herr Ehlers die Karriereleiter irgendwie nach oben gefallen, nachdem man den ursprünglichen Relativitätspapst der DDR namens Hans-Jürgen Treder auf sein Altenteil gesetzt hatte. In der Folge war der ehemalige Einsteinturm in Potsdam wieder restauriert und herausgeputzt worden. Derselbe brannte dann allerdings noch einmal ab. Aber mit entsprechenden Geldern aus Bonn ließ sich auch dieses kleine Malheur wieder beheben. Mein spezieller Freund, der Herr Jürgen Ehlers aus Garching, wurde am Ende der neue Boss auf dem Telegraphenberg und sollte dort die Gravitation erforschen. Das ist natürlich saublöd, denn einer der wenigen auf der Erde, welcher eine kleine Ahnung zu haben scheint, wie diese Gravitation wirklich funktioniert, das scheint dieser Georges Bourbaki aus München zu sein (siehe "bourbaki.de", gate A2,). Derselbe wurde aber nicht berufen, sondern der Herr Ehlers aus Garching, der im Grunde von Gravitation überhaupt nichts versteht. Der Ehlers thront nunmehr auf dem Telegraphenberg von Potsdam, anscheinend mit dem Auftrag, daß er verhindern soll, daß sich die Kenntnis des wahren Funktionsmechanismus der Gravitation weiteren Bevölkerungskreisen erschließt. Und das noch dazu mit unseren Steuergeldern. Scheiße!

Wie dem auch immer sei, dieser Herr Jürgen Ehlers auf seinem "Tafelberg" versammelte in der zweiten Hälfte des Monats Juli 1999 eine etwa 50 Personen umfassende Gruppe von Forschern aus aller Welt um sich, um darüber zu diskutieren, was diese Welt in ihrem Innersten zusammenhält. Dabei ging es vor allem um vibrierende Superstrings in einem 10- oder 11-dimensionalem Raum, was diese Gruppe von Menschen anscheinend zu dem aberwitzigen Glauben verleitete, daß die Umrisse einer allgemeinen Weltformel bereits zum Greifen nahe seien. Hier ein Bild dieser sehr eliteren Personengruppe:

In der Folge widmete unser Spiegel (cetero censio ...) diesem Ereignis eine Titelstory. Unterhalb dieser Gruppierung von Menschen hieß es dann weiter auf dem Titelblatt:

Da der Bourbaki der Auffassung war, daß alle diese Leute einen Schuß im Kopf haben, verfaßte er auch hier in diesem Fall einen auf den 26. Juli 1999 datierten Leserbrief, welcher an die Leserbriefabteilung des Spiegels, 20545 Hamburg, gerichtet war. Derselbe hatte den folgenden Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrer Titelgeschichte "Gesucht: Die Weltformel. Die klügsten Köpfe der Gegenwart enträtseln, was das Universum zusammenhält" in Ihrem Heft 30:

Wenn man sich schon mit dem Aufbau des Universums auseinandersetzt, dann müßte die erste zu beantwortende Frage doch wohl die sein, ob dieser Kosmos nun einen seriellen oder parallel geschichteten inneren Aufbau besitzt. Diese ganz fundamentale Fragestellung wurde jedoch meines Wissens noch bisher weder auf einem wissenschaftlichen Kongreß noch in einer wissenschaftlichen Arbeit erörtert; so daß man daraus nur den Schluß ziehen kann, daß es sich bei dem auf dem Titelblatt dargestellten Kollektiv nicht um die klügsten Köpfe der Gegenwart handeln kann.

Und noch etwas: Falls es sich herausstellen sollte, daß das Universum tatsächlich eine parallel geschichtete Texturierung besitzt- und dafür sprechen einige sehr massive Argumente -, dann gibt es auch keine "Weltformel". Auch bei einem parallel geschichteten Pausenbrot mit Brot, Butter und Schinken drauf läßt sich nämlich keine allgemeine Berechnungsformel angeben, denn zwischen den verschiedenen Schichten besteht kein logischer innerer Zusammenhang.

Georges Bourbaki

München

 

So wie Sie sich wahrscheinlich denken können, auch dieser zweite Leserbrief wurde von der deutschen Presse zensiert und vom Spiegel (cetero censeo ...) nicht zum Abdruck gebracht, obwohl man davon ausgehen, daß der Inhalt dieses Leserbriefes für die Allgemeinheit von Interesse ist und darüber hinaus auch noch einen gewissen Wahrheitsanspruch für sich beanspruchen kann. Scheiße! Verdammte Bananenrepublik Deutschland!

So etwas muß man sich nur einmal vorstellen: Da hocken ein ganzes Rudel von diesen "Theoretikern" auf einem Berg bei Berlin herum und reden tagelang über Strings, Superstrings, Supersuperstrings in einem 2-, 3- ...10- oder 11-dimensionalen Raum, so als ob unser Kosmos allein aus diesen verdammten Gummibändern und Strapsen besteht, und keiner dieser Arschlöcher kommt nur einmal auf den Gedanken, daß man zuerst einmal abklären müsse, ob nun dieser Kosmos einen parallelen oder seriellen inneren Aufbau besitzt. (Falls Sie es nicht glauben wollen - bitte machen Sie sich einmal die Mühe und suchen sie in diesem Heuhaufen von wissenschaftlicher Literatur einen Artikel zu diesem Thema. Sie werden keinen finden!)

Wenn man sich dann allerdings ernsthaft mit der aufgeworfenen Thematik - seriell oder parallel - auseinandersetzt, dann kommt man spätestens innerhalb von drei oder vier Stunden zu der Erkenntnis, daß dieser Kosmos parallel geschichtet sein muß, denn so Dinge, wie statische Magnetfelder, statische elektrische Felder und Gravitationsfelder existieren nun einmal unabhängig voneinander und können sich dabei auch gegenseitig überlappen.

Falls man dann für einen parallel geschichteten inneren Aufbau optieren sollte, dann gibt es ganz schlicht und einfach keine Weltformel, den jeder dieser Schichten existiert im wesentlichen unabhängig von der anderen, so daß dieser Kosmos unter gar keinen Umständen in eine allgemeine "Weltformel" hineinzupressen ist. (Man könnte auch so argumentieren: Wenn schon jeder Ingenieur beim Bau von Fahrrädern, Schreibmaschinen und dgl. eine parallele Systemauslegung wählt, weil er die verschiedenen Funktionen ansonsten gar nicht unterbringen kann, dann ist mit Sicherheit auch davon auszugehen, daß der liebe Gott auch nicht blöder ist!)

Aber diese Theoretiker mit ihren idiotischen seriellen Denkweisen, die glauben natürlich voller Inbrunst, daß alles in diesem Kosmos genauso idiotisch aufgebaut sein muß wie ihr eigenes Gehirn. Das hat dann wiederum zur Folge, daß man sich tagelang voller Begeisterung über Strapse, 10-dimensionale Räume, Weltformeln und dgl. auslassen kann, worauf unser Spiegel (cetero censeo ...) dann wiederum nichts besseres zu tun hat, als auf seinem Titelblatt von den "klügsten Köpfen der Gegenwart" zu sprechen. Arschlöcher!

Was ich nicht so ganz verstehen kann - wenn schon alle diese blöden Typen freiwillig auf den Telegraphenberg wandern, warum nutzt man nicht die gute Gelegenheit und fährt mit einer seriellen Anordnung von vergitterten "grünen Minnas" dort oben hinauf, schnappt sich die alle und bringt die in eine Irrenanstalt, damit sie keinen weiteren Schaden mehr anrichten können. Aber nein - es werden die besten Hotelbetten in ganz Potsdam gebucht und der Spiegel (cetero censeo ...) redet von den klügsten Köpfen unserer Gegenwart. Bravo!

Kennen Sie den kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry? Da mußte doch so ein Pilot mit seinem Flieger in der Wüste notlanden, worauf ein kleiner Prinz plötzlich dasteht und sagt: "Zeichne mir ein Schaf!" So ähnlich geht es mir. Da gibt es doch diesen Sündenfall der Physik, mit dem "Höllensturz der Verdammten" von Peter Paul Rubens vorne drauf. Diese ganze Typen von dem Titelblatt des Spiegels (cetero censeo ...) möchte ich da irgendwie hineinmontieren. Ungefähr so:

Und dann möchte ich dem Rubens sagen: "Lieber Rubens, jetzt male mir bitte diesen ganzen Höllensturz noch einmal und mach dabei auch diese ganzen Typen auf dem Photo mit hinein!"

 

Der Vollständigkeit halber noch folgendes: Da Journalisten immer voneinander abschreiben, wenn es etwas zu schreiben gibt, erschien in der SZ vom 27. Juli 1999 ein Artikel, welcher in bezug auf das Potsdamer Meeting die etwas wahrheitsnähere Überschrift hatte: "Schwierige Suche nach der Weltformel". Von den klügsten Köpfen der Gegenwart war hier - Gott und der SZ sei es gedankt - nicht mehr die Rede. Der Autor dieses Artikels, ein Herr Thomas Weidmann, machte darin die durchaus zutreffende Aussage, daß sich die Physik seit Jahrzehnten in einem Dilemma befände. Nun denn!

Auch in diese Fall fühlte sich der Bourbaki bemüßigt, einen auf den 27. Juli 1999 datierten Leserbrief zu schreiben, welcher diesmal an die Leserbriefabteilung der Süddeutschen Zeitung, 80289 München gerichtet war. Derselbe hatte den folgenden Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zu dem Artikel von Herrn Thomas Weidmann "Schwierige Suche nach der Weltformel" in der SZ vom 27. Juli 1999 folgendes:

Wer immer Kosmologie betreibt, sollte sich zu allererst die Frage stellen, ob der von uns bewohnte Kosmos einen seriellen oder parallelen inneren Aufbau besitzt. So erstaunlich dies auch klingen mag, diese absolut fundamentale Fragestellung wurde aus nicht so ganz nachvollziehbaren Gründen noch niemals aufgeworfen, weder auf einem wissenschaftlichen Kongreß, noch in einem wissenschaftlichen Artikel.

Nun ist es so, eine parallele Strukturierung hat gegenüber einem seriellen Aufbau den ganz gewaltigen Vorteil, daß sich dadurch die verschiedensten Funktionen sehr viel leichter unterbringen lassen, was dann auch zur Folge hat, daß terrestrische Gerätschaften im allgemeinen einen parallelen inneren Aufbau besitzen. Man denke hier nur an eine alte mechanische Schreibmaschine, bei welcher für jeden zu schreibenden Buchstaben eine eigene Taste und ein eigenes Anschlaggestänge vorgesehen ist.

Bei einem Kosmos ist dies nicht sehr viel anders. Auch hier erweist sich ein paralleler Aufbau als die sehr viel einfachere und praktischere Lösung. Nur hat ein derartiger Aufbau dann die Folge, daß eine Weltformel bzw. eine "Theory of Everything", wie die Amerikaner sagen, nicht zu erstellen ist, weil jede Funktion für sich allein wirkt und mit den anderen nichts zu tun hat.

Eine allgemeine Weltformel wird es somit nicht geben, weder in 10 noch in 20 Jahren. Daran werden so String-Konferenzen, wie gerade in Potsdam auch nichts ändern.

Georges Bourbaki

München

Auch in diesem Fall erfolgte kein Abdruck unter dem Leserbriefen dieser Zeitung, womit eigentlich nur belegt werden soll: "Scheiß-Bananenrepublik Deutschland!"

Wäre bitte irgendjemand meiner Internet-Leser so freundlich, daß er unserem Herrn Bundeskanzler Schröder in Berlin dies mitteilt, nachdem mein lieber Herr Hausnachbar mit seinen guten Kontakten zu diesen Städten der Macht Bonn bzw. Berlin allem Anschein nach dafür nicht zu gebrauchen ist. Oder sagt dies doch lieber gleich der Doris, weil das Anwerfen des Spaghettiwassers doch eher ihre Sache ist. Bei der Zubereitung der Spaghettisoße selbst werde ich dann gerne mithelfen.

Herzlichst

Euer Georges Bourbaki